Fachtagung Bäder in Wolfsburg lockt 70 Interessierte ins Badeland

70 Branchenvertreter*innen trafen sich am 06.07.2023 auf der diesjährigen Fachtagung Bäder im Badeland Wolfsburg. Aktuelle Herausforderungen und Lösungsmöglichkeit im Betrieb der Bäder in Deutschland wurden präsentiert und diskutiert. Spannende Fachvorträge, Diskussionen um die aktuellen Themen aus dem Bereich Energie, Personal und Digitalisierung, sowie ein Rahmenprogramm mit vielen Möglichkeiten zum Austausch für Kommunen, Hersteller*innen und Architekt*innen wurden gut angenommen. Die IAKS Fachtagung Bäder 2023 in Wolfsburg hat an den Erfolg der Veranstaltungsreihe aus den Vorjahren angeknüpft und wir freuen uns auf eine weitere Ausgabe im kommenden Jahr.

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Die Tagung begann mit einer Führung der Gastgeber des Badeland Wolfsburg durch die Schwimmbäder, Funktionsräume und Technikräume. Besonders interessant für die anwesenden Planer*innen, Betreiber*innen, Architekt*innen und Hersteller*innen waren die Umsetzung der anstehenden Sanierungsarbeiten. Hier soll in Teilstücken saniert werden und der laufende Badbetrieb weitergehen. 

Den Auftakt machte Prof. Dr. Christian Kuhn (stellv. Vorsitzender IAKS Deutschland, DSBG Herne), der alle Teilnehmer*innen begrüßte, die aktuellen Herusforderungen der Hallen- und Freibäder aufzeigte, die politischen Aktivitäten der Bäderallianz lobte und die Referentinnen der Tagung vorstellte. 

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Michaela Röhrbein (Vorstand Sportentwicklung beim DOSB) leitete ins Thema ein und warb aus Sicht des DOSB für die Aufrechterhaltung des wertvollen Kulturgutes Schwimmen. Dazu gehören, so Röhrbein, auch die Bauten und der Betrieb de Anlagen. Für eine zukunftgerichtete Modernisierung der Schwimmbäder setze sich auch der DOSB ein, auch wenn aktuelle Haushaltskürzungen des Bundes im Sportbereich ein enttäuschendes Signal für die Schwimmbäder sei.  

Auch die Wissenschaft konnte Erkenntnisse aus dem Bäderbereich einbringen. So berichtete Carina Post (Hochschule Koblenz) von einem aktuellen Forschungsprojekts des BISp, dass auch Methoden entwickeln soll, wie der Sanierungsgrad und der Versorgungsgrad von Sportstätten und auch Schwimmbädern an den jeweiligen Standorten ermittelt werden kann. Direkt im Anschluss präsentierte Elke Widmann (Bau-Institut für Ressourceneffizientes und Nachhaltiges Bauen GmbH) verschiedene Zertifizierungsmöglichkeiten für Gebäude und einem aktuellen Forschungsprojekt mit der Hochschule München, in dem Kriterien für den nachhaltigen Schwimmbadbau festgelegt werden sollen.

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Die Stadt Wolfsburg als Gastgeberin ließ es sich in Person von Monika Müller (Dezernentin für Soziales und Gesundheit, Klinikum und Sport) nicht nehmen, die Teilnehmenden herzliche Willkommen zu heißen, über die Bädersituation auf kommunaler Ebene zu sprechen und die Bäderleitplanung für die kommenden Jahre in der niedersächsischen Großstadt vorzustellen.  

Besonders interessant für die zahlreichen Vertreter*innen der Bäderbetriebe aus ganz Deutschland waren die Vorträge aus der Praxis. Sarah Silbermann (mattiaqua Wiesbaden) berichtete von Untersuchungen zum Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Badeaufsicht und die wirtschaftlichen Auswirkungen im Betrieb. Hierzu stellte sie Erkenntnisse aus der Abschlussarbeit an der DHBW Ravensburg vor.

Auch Gerhild Neumann (Stadtwerke Osnabrück) zeigte sehr praxisnah best practice Beispiele im Bereich Digitalisierung im Bäderbetrieb. Auch in diesem Vortrag wurden die positiven wirtschaftlichen Folgen sichtbar wenn digitale Tools wie das Wasserflächenmanagement richtig eingesetzt werden.

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Im letzten Vortrag berichtete Marie Gudorf (DSBG) von einem interessanten Projekt aus Österreich, wo sie mit dem Pre-opening der Therme Ischgl betraut war. Die privat geführte Anlage, die aus technischer, betrieblicher und architektonischer Sicht allerhöchste qualitative Ansprüche erfüllt. Die Personalgewinnung und Personalentwicklung war der Fokus des Vortrags. Gudorf zeigte auf, wie 120 Mitarbeitende akquiriert und eingearbeitet werden konnten und welche Möglichkeiten sich auch für öffentliche Badbetreiber*innen zur langfristigen Bindung des Personals bestehen. 

Auf dem Netzwerkabend am Vorabend der besichtigte die Gruppe die Volkswagen Arena und kehrte im Anschluss im Kolumbianischen Pavillon zu Speiß und Trank und vertiefenden Gesprächen in lockerer Atmosphäre ein. 

Die IAKS Deutschland bedankt sich bei allen Referent*innen, Aussteller*innen und Teilnehmer*innen für die erfolgreiche Durchführung der Fachtagung und hofft auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr.