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Sport- und Stadtentwicklung für ein aktives Leben

IAKS Studienreise nach Hamburg im Mai 2019

38 Architekten, kommunale Vertreter sowie Experten für nachhaltige Sportentwicklung erhielten am 27. und 28. Mai 2019 einzigartige Einblicke in die professionelle Sport- und Stadtentwicklung der Freien und Hansestadt Hamburg. Acht unterschiedliche Stationen standen auf dem Besichtigungsprogramm, das der ehemalige Hamburger Sportamtsleiter Thomas Beyer vorbereitet hatte.

Die Betreiber der zu besichtigenden Sport- und Freizeitanlagen führten durch die Objekte und standen mit Informationen aus erster Hand Rede und Antwort zu betrieblichen und technischen Fragen.

Das internationale Teilnehmerfeld der Studienreise umfasste Experten aus Dänemark, Deutschland, Griechenland, Norwegen, Österreich, Schweden, der Schweiz, Spanien, dem Vereinigten Königreich und Zypern. Ausreichend Gelegenheit zum Kennenlernen und Fachsimpeln gab es für die Teilnehmer während der Busfahrten durch Hamburg und beim Mittag- und Abendessen.

2019 IAKS Study Trip_international delegates 2_Klaus Meinel

Foto: IAKS, Klaus Meinel

Hamburg ist „Global Active City”

Foto: IAKS, Klaus Meinel

Zum Auftakt wurden die Teilnehmer im traditionsreichen Phönixsaal des Hamburger Rathauses vom Staatsrat Sport Christoph Holstein begrüßt. „Von der ‚Dekadenstrategie Sport‘ zum ‚Masterplan Active City‘ für Hamburg“ ist der treffende Titel der seit einigen Jahren in Hamburg stattfindenden Veränderungen. Der nach der gescheiterten Olympiabewerbung verabschiedete „Masterplan Active City“ umfasst 32 Projekte aus der Olympia-Planung, die nach ihrer Umsetzung die Sportinfrastruktur Hamburgs in ihrer ganzen Bandbreite modernisieren und erweitern. Sport, Bewegung und aktive Gestaltung des Alltags werden als unverzichtbarer Teil aller Politik- und Verwaltungsbereiche verstanden, damit mit dem Wachstum der Stadt auch die Lebensqualität in der Stadt wächst. Staatsrat Holstein gab wichtige Hinweise für alle, die eine bewegungsorientierte Stadtentwicklung durchführen wollen.

Sportzentrum Bundesstraße des ETV

Der Eimsbütteler Turnverband (ETV) ist ein Sportverein aus dem Hamburger Stadtteil Eimsbüttel. Mit rund 15.000 Mitgliedern ist der ETV der viertgrößte Sportverein Hamburgs und belegt deutschlandweit Platz 35. Vorstand Frank Fechner erläuterte das beeindruckende Wachstum des Vereins während der letzten zehn Jahre und blickte auf die nächsten Zukunftsprojekte, unter anderem den Bau eines weiteren Quartiersportzentrums für 18 Millionen Euro. Zu besichtigen war das über 100 Jahre alte Sportgebäude mit einer sehr interessanten Geschichte, das jüngst umfangreich modernisiert wurde und modernen Ansprüchen in großer Breite genügt.

Foto: Klaus Meinel, IAKS

Kaifu-Bad und Kaifu-Sole in Eimsbüttel

Foto: ÖISS, Florian Szeywerth

Diese beiden kombinierten Badangebote befinden sich in einem Doppelbad, das einerseits als Solebad und in einer zweiten Halle als Schwimmbad plus Außenbecken, Spa- und Saunabereich gestaltet sind. In Kombination mit diesem Bad finden sich Deutschlands ältestes Freibad und eine Kooperation mit einem Fitness-Anbieter (Kaifu Lodge). Das Kaifu-Bad verfügt über 100 Jahre Geschichte und Tradition, die dem Bad einen Kultstatus verliehen haben. Michael Dietel vom Bäderland Hamburg begrüßte die Gruppe und führte durch die Badehallen und Technikräume.

DIE HALLE – Parkour Creation Center Oberhafen

Ein junges Gründerteam mit großer Begeisterung für Parkour und Freerunning realisierte mit dem Umbau einer ehemaligen Lagerhalle im neuen Kreativquartier „Hamburger Oberhafen“ einen Traum. Im Juli 2017 eröffnete DIE HALLE ihre Rolltore und krempelt seither nicht nur die Parkour-Szene, sondern die ganze Hamburger Sportlandschaft um. Die Geschichte der Halle ist von vielen Widerständen geprägt, inzwischen hat sich der Betreiberverein mit Angeboten für Gruppen, Jugendarbeit und Events sowie als Stützpunktverein für Integration durch Sport einen Namen gemacht. Die IAKS-Experten zollten dem von Joe Hofmann vorgestellten integrativen und kompromisslos gemeinnützigem Konzept großen Respekt.

Foto: ÖISS, Florian Szeywerth

Edeloptics.de – Arena in Wilhelmsburg

Foto: IAKS, Klaus Meinel

Bei dieser Basketballhalle handelt es sich um die ehemalige Blumenschauhalle der Internationalen Gartenschau Hamburg 2013. Die Halle liegt inmitten des Elbinselparks (geschaffen von der Internationalen Bauausstellung und der Internationalen Gartenschau 2013) in einem Gebäudekomplex mit einer Schwimmhalle (Landesleistungszentrum Wasserball).

Nach der Blumenschau wurde sie zur Basketballarena für 3.400 Zuschauer sowie für weitere Sportevents umgebaut. Das städtebaulich Interessante an dieser Halle ist, dass diese Wettkampfsportstätte die Elbinsel für nordelbische Hamburger in den Fokus sprich die „Mitte von Hamburg“ gerückt hat.

Geschäftsführer Jan Fischer schilderte beeindruckend das besondere Vereinskonzept der Hamburg Towers, die beispielhaft einen Profi-Spielbetrieb mit umfangreichem sozialem Engagement im sozialstrukturell schwierigen Stadtteil Wilhelmsburg verknüpfen.

Welt der Bewegung in Wilhelmsburg

Die Welt der Bewegung ist eine Freiluft-Bewegungslandschaft, die im Rahmen der Internationalen Gartenschau 2013 entstanden ist. Konzeptionistin war Beate Wagner-Hauthal, heutige Geschäftsführerin des ParkSportinsel e.V. Sie stellte die unkonventionellen Bewegungsräume vor, in denen ihr Verein bis zu 2.000 Menschen im ParkSport-Angebot aktiviert.

Zur Welt der Bewegung gehören eine Skateanlage, in der auch Rollstuhltraining praktiziert wird, diverse Sportgeräte, ein Basketball-Freifeld sowie eine Beachvolleyball-Anlage, außerdem in privater Trägerschaft ein Hochseilgarten und die Nordwandhalle. Alles hoch innovativ, besonders wegen der kooperativen Zusammenarbeit von Sportvereinen, privaten und kommunalen Trägern.

Foto: IAKS, Klaus Meinel

Bürgerzentrum Süderelbe in Neugraben-Fischbek

Foto: IAKS, Klaus Meinel

Hierbei handelt es sich um einen Neubau „auf der grünen Wiese“, der als Infrastrukturmaßnahme zuerst errichtet wurde und der in der Folge mit Wohnbebauung umgeben wurde. Auf ca. 17.500 qm arbeiten sieben Partner auf Basis eines gemeinsamen zukunftsorientierten Konzeptes verbindlich "unter einem Dach" zusammen – um zuverlässig und vertrauensvoll hochwertige Angebote aus den Bereichen Bildung, Freizeit, Kultur, Sport und Beratung anzubieten.

Nathalie Leibold von der Ganztagsgrundschule am Johannisland und Jan Pastoors vom Bezirksamt Harburg erläuterten Programm und Konzept des Stadtteilzentrums.

Barakiel Halle

Die Barakiel Halle in Trägerschaft der Evangelischen Stiftung Alsterdorf ist die erste und einzige voll inklusive Sporthalle Deutschlands. Die Dreifeldhalle zeichnet sich durch eine Ausrüstung aus, die es Menschen mit Handicap leichter macht, am Sport teilzunehmen (besondere Dämmungen und Induktionsschleifen für Menschen mit Hörbeeinträchtigungen; Farbsysteme für die unterschiedlichen Türfunktionen; Lichtklingeln etc.). Linda Bull vom Team „Sport und Inklusion“ stellte den beeindruckenden Bau vor.

Foto: ÖISS, Florian Szeywerth

Die Vielfalt der besuchten Sport- und Freizeitanlagen und vor allem auch ihrer unterschiedlichen Träger und Betreiberkonzepte vermittelte eindrucksvoll das Ziel Hamburgs, eine „aktive Stadt für alle“ zu sein. Die Teilnehmer nutzten den einzigartigen Gedankenaustausch mit den Verantwortlichen der Anlagen zum internationalen fachlichen Austausch und als Inspiration für ihre persönlichen Aufgaben und Herausforderungen. Diese exklusiv für IAKS Mitglieder organisierte IAKS Studienreise war eine einzigartige Erfahrung.